Editorial
Von Beginn seiner schriftstellerischen Karriere bis zu seinem Tod hat Arthur Schnitzler (1862–1931) intensiv mit seinem Hauptverlag S. Fischer (Berlin) korrespondiert. Erhalten haben sich über 1.700 Briefe und Telegramme. Bislang wurde jedoch lediglich ein Bruchteil davon wissenschaftlich ausgewertet, nur eine kleine Auswahl der Briefe ist bisher ediert. Dabei dokumentiert das Briefkorpus nicht nur die Phasen einer persönlichen Autor-Verleger-Beziehung, sondern zeigt ebenso Schnitzlers kreatives und wirtschaftliches Selbstverständnis als Autor sowie S. Fischers Strategien im literarischen und theatralen Feld seiner Zeit. Die Briefe bieten informative Einblicke in die Netzwerke dieser beiden Akteure der literarischen Moderne, die historischen Veränderungen der internationalen Autorenbündnisse sowie Urheberrechts-, Lizenz- und Zensurregelungen und bilden damit eine überaus reiche Quelle der nationalen und internationalen Verlags-, Buch-, Rechts-, und Theatergeschichte.
Diese werk- und verlagsgeschichtlich höchst aufschlussreiche Korrespondenz und Quelle der literarischen Moderne ist in der vorliegenden Online-Datenbank erstmals vollständig digital zugänglich und kann hier kontextgestützt neuentdeckt und systematisch erforscht werden. Das Briefmaterial – welches in Form von Mikrofilmaufnahmen vorliegt – ist sowohl durch bibliographische Metadaten und durch Schlagworte zu Werken, Personen, Orten etc. erschlossen als auch mit Verlinkungen zu den jeweiligen Digitalisaten versehen, die zum größten Teil (rudimentäre, bisher unkorrigierte) OCR-Transkriptionen anbieten. Die Bereitstellung verlässlich durchkorrigierter Volltexte ist projektiert.
Als Basis der Datenbank dienen zum einen die im Arthur Schnitzler-Archiv Freiburg (ASAF) als Mikrofilmaufnahmen verwahrten Briefe zwischen Schnitzler und seinem Hausverlag S. Fischer in Ergänzung zu den online-zugänglichen Schnitzler-Mikrofilmen des Austrian Centre for Digital Humanities and Cultural Heritage (ACDH) der Österreichischen Akademie der Wissenschaften.
Die Datenbank ist ein Kooperationsprojekt des ASAF und der Universitätsbibliothek Freiburg und wurde durch Mitarbeitende des ASAF, namentlich Achim Aurnhammer, Dieter Martin und Susanne Neubrand mit dem Programm Zotero erstellt und von der IT-Abteilung der UB Freiburg (namentlich Oliver Rau und Daniel Opitz) technisch umgesetzt. Das Projekt konnte im Verlauf der letzten Jahre nur durch die tatkräftige Unterstützung zahlreicher Praktikant:innen und Hilfskräfte umgesetzt werden. Wir danken in diesem Sinne Daniel Dahlem, Nora Schlösser, Georgia Acker, Verena Schieber, Christina Bolkart, Charlotte Prestel, Milosh Lieth, David Jäger, Henrieke Lund, Anna Lee Engel, Jakob Maier und Luise Sluiter. Unser Dank gilt ebenso Martin Anton Müller für die wertvollen Anregungen und Möglichkeiten zur Verlinkung unserer Datenbank mit den Schnitzler-Projekten am ACDH.
Wir arbeiten stetig daran, die Korrespondenz zwischen Schnitzler und dem S. Fischer Verlag weiter zu erschließen und begrüßen es, wenn Sie uns Hinweise auf Brieffunde oder unidentifizierte Personen, Werke oder Institutionen weiterleiten. Auch für Korrekturvorschläge an schnitzler.archiv@germanistik.uni-freiburg.de sind wir dankbar.
